Urlaub mit dem Wohnmobil voll ‚IN‘ oder einfach nur Banane?!

Reisen mit dem Wohnmobil sind vor allem für Spontan-Urlaube ideal: einfach ein paar Sachen ins Wohnmobil packen und ab geht es! Gefällt es einem nicht, sind Campingtisch & Co. genauso schnell wieder eingepackt und es geht los zum nächsten Ziel! Doch wer solch eine Wohnmobiltour zum ersten Mal macht, sollte sich zuvor gut informieren und mit dem neuen Reisegefährt vertraut machen!

Wohnmobile in Deutschland immer beliebter!

Einfach nur den Motor starten und nach Belieben dort bleiben, wo es einem gefällt: so einfach kann der Urlaub mit einem Wohnmobil sein. Auf Deutschlands Straßen sind etwa eine halbe Million der motorisierten Ferienwohnungen unterwegs – und Tendenz steigend.

Das Kraftfahrtbundesamt verzeichnete 2012 einen erneuten Rekordwert und ein zweistelliges Plus zum Vorjahr: 24.062 Neuzulassungen! Und auch im ersten Halbjahr 2013 wurde eine erneute Zunahme von 2,9 Prozent erzielt.

Wohnmobile sind auch tage- oder wochenweise zu mieten – ideal für den ersten Einstieg! Nicht wenige der Mieter entscheiden sich am Urlaubsende zum Kauf eines eigenen Reisemobils. Schließlich entfällt das lästige Kofferpacken und an Bord ist alles vorhanden: von der Küche über das Bett bis hin zu umfangreicher Hobbyausstattung wie Surf- oder Tauchausrüstung. Und mit Fahrrädern oder Rollern ist man auch noch am Urlaubsziel flexibel.

Was man bei Reisen mit dem Wohnmobil wissen sollte

Ist man selbst stolzer Besitzer eines Wohnmobils, so sollte man dies vor dem geplanten Urlaubsantritt eingehend auf seine Fahrtauglichkeit prüfen. Denn meist stehen die Wohnmobile einen Großteil des Jahres ungenutzt rum und kommen erst im Sommer wieder zum Einsatz. Es gilt die Reifen und die Bordelektronik zu überprüfen. Nutzt man einen Caravan, so sollte man ebenso einen genaueren Blick auf die Deichsel und die Anhängerkupplung werfen.

Ebenso sinnvoll ist es die Verschlüsse von Türen und Fenstern zu überprüfen und die Gasanlage alle zwei Jahre von einem Profi warten zu lassen. Gerade den Kühlschrank, Kocher, die Heizung und den Boiler sollte man möglichst rechtzeitig überprüfen, damit vor dem Urlaub noch ausreichend Zeit für eventuell anfallende Reparaturen bleibt. Am besten befüllt man auch die Wasseranlage und testet somit die Leitungen sowie das Spülkastensystem der Toilette.

Alle Urlauber, die ein Wohnmobil mieten, können sich diesen Teil der Vorbereitungen natürlich sparen. Denn die Wohnmobile werden vom Autovermieter selbstverständlich regelmäßig gewartet. Einzig auf ein Fahrzeugmodell mit ESP sollten die ungeübten Fahrer bei einem Urlaub mit dem Wohnmobil achten. Denn dies sorgt dafür, dass sich das Wohnmobil besser lenken lässt und Unfälle vermieten werden können.

Beim Beladen sollte man das im Fahrzeugschein angegebene Maximalgewicht beachten. Es ist somit angebracht, genau zu überlegen, welche Sachen man im Urlaub wirklich benötigt und den gepackten Wohnwagen vor dem Start in den Urlaub dann wiegen zu lassen. Man kann zum Beispiel an Gewicht sparen, indem man nur Lebensmittel für zwei bis drei Tage einpackt.

Bei einer Fahrt im Wohnmobil mit Kindern sollten die Eltern regelmäßig Pausen einlegen. Denn die Kids können oftmals nicht so lange still sitzen. Kommt es zu einem Stau, so sollte man mit genügend Spielen, Snacks oder CDs vorsorgen. Mittel gegen ein Reiseübelkeit sind ebenfalls immer mitzunehmen. Während der Fahrt gehören nicht nur die Kinder, sondern auch mitreisende Tiere angeschnallt. Dies kann durch ein Geschirr oder eine spezielle Transportbox gewährleistet werden.

Wohnmobile verfügen über einen großes Wasser- und Abwasservorrat, wodurch sie nicht an Campingplätze gebunden sind und in der Regel ständig ihren Standort wechseln. Wunderbar für Individualisten die einen unabhängigen Urlaub anstreben.

Mit dem Reisegefährt vertraut machen und richtig packen

Für den Anfang begnügen sich Neulinge in der Regel mit kleineren Modellen. Diese sind leichter zu manövrieren. Trotzdem sollten vor dem Reisebeginn erste Erfahrungen gewonnen werden. Hierfür eignen sich ein paar Testrunden auf freien Geländen oder großen Parkplätzen. Dies hilft, um sich an den ungewohnten Kurvenradius, an die großen Ausmaße sowie an das veränderte Bremsverhalten zu gewöhnen.

Ein heikler Punkt ist die oft sehr knapp bemessene Zuladung. Auch hier gilt, dass ein möglichst tief liegender Schwerpunkt den Wagen in Kurven stabilisiert. Deshalb gehören schwere Teile in den unteren Bereich, am besten in Achsnähe.

Kostengünstige Stellplätze statt Campingplätze

Immer häufiger verzichten Wohmobilisten auf Campingplätze und steuern eigens eingerichtete Wohnmobil-Stellplätze an. Dies sind speziell ausgewiesene Parkplätze auf Autohöfen, an Gaststätten oder Hotels oder auch beim Winzer. Oft lautet das Angebot: Kehrst du bei mir ein, dann ist der Stellplatz für dich kostenlos.

Immerhin sind rund die Hälfte aller deutschen Stellplätze auf diese Weise kostenlos – und von denen gibt es bereits über 3.500. Einen geringen Obolus zahlt man für Strom und Frischwasser sowie die Möglichkeit, sein Abwasser zu entsorgen. Auf Stellplätzen findet man Gleichgesinnte und dort haben sich bereits etliche Reisefreundschaften geschlossen. Stellplätze findet man auf diversen Online-Portalen sowie in zahlreichen auf dem Buchmarkt verfügbaren Stellplatz-Führern.

Wohnmobilzubehör – das muss mit in den Urlaub

Erst mit entsprechendem Zubehör wird ein Wohnmobil-Urlaub richtig angenehm und komfortabel. Zu dem „Muss“ gehören Wasserschlauch, Campinggeschirr, Kochtöpfe und natürlich die Kabeltrommel. Was sonst noch unbedingt mit an Bord muss, erklären wir nachfolgend.

Die Grundausstattung – das muss mit auf die Reise

Ohne Wasserschlauch kein Wasser und ohne Kabel kein Strom- ohne Zubehör ist also ein Urlaub mit dem Reisemobil unmöglich. Insbesondere wer zum ersten Mal auf Tour geht, benötigt eine gewisse Grundausstattung. Doch die Anforderungen an Campingzubehör sind umfangreich: neben der Funktionserfüllung müssen auch noch Packmaß und Gewicht bedacht werden – denn dem Platzangebot und der Zuladung sind im Wohnmobil Grenzen gesetzt.

Wer jetzt denkt, einfach ausrangiertes Geschirr aus der Küche mitnehmen zu können, liegt falsch: Die alte Pfanne ist in der Regel schwer und unter Umständen gar nicht für den Gasherd geeignet. Und auch zerbrechliches Porzellan hat aus Sicherheitsgründen in einem Wohnmobil nichts zu suchen. Sensible Bereiche wie die Frischwasserversorgung müssen regelmäßig gewartet und gepflegt werden – da bringt der ausrangierte Gartenschlauch nur eines: nämlich Bakterien!

Andere Dinge wie beispielsweise Besteck oder Handtücher und Bettwäsche nimmt man hingegen einfach von zu Hause mit. Welche Dinge gehören nun in die Grundausstattung und somit in das Wohnmobil?

Wohnmobilküche – Kochtöpfe, Pfannen, Geschirr und Gläser

Bei der Wahl der Küchenutensilien ist auf die besonderen Anforderungen im Wohnmobil zu achten. Diese müssen leicht und unzerbrechlich sein. Stapelbare Töpfe aus Aluminium mit abnehmbaren Griffen helfen Platz zu sparen! Als Geschirr eignet sich zum Camping besonders gut Melamingeschirr. Dieses ist in verschiedenen Farben, Designs und Formen erhältlich. Obwohl es wie Porzellan aussieht, ist es leichter und unkaputtbar. Zudem klappert es während der Fahrt nicht. Wie echtes Porzellan sind richtige Gläser fürs Reisemobil nicht geeignet. Polykarbonat-Gläser sehen aus wie echte Gläser, sind aber unzerbrechlich und klappern nicht.

Für die Bequemlichkeit – Campingtisch und -stühle

Campingtische und Campingstühle zählen wohl zum nützlichsten Zubehör für eine Wohnmobiltour. Das Angebot an Stühlen ist riesig. Es gibt sie mit dicken Polstern, mit dünnen Polstern, mit hoher Lehne oder kurzer Lehne, als Klapp- oder Faltstuhl. Klappstühle sind in der Regel deutlich bequemer als Faltstühle, allerdings benötigen letztere deutlich weniger Platz. Unbedingt vor dem Kauf Probe sitzen! Als Tische stehen Roll- und Klapptische zur Wahl. Auch hier muss man sich zwischen stabileren Stand und Packmaß entscheiden.

Ver- und Entsorgung im Wohnmobil – Strom, Wasser und Gas

Damit ein Reisemobil auch richtig funktioniert, wird ein CEE-Anschlusskabel benötigt. Um den Frischwassertank zu füllen, ist ein Flachschlauch notwendig, der trinkwassergeeignet und mindestens zehn Meter lang ist und verschiedene Adapter zum Anschluss am Wasserhahn besitzt. Auch eine Gasflasche gehört mit zur Grundausstattung eines jeden Reisemobils. Damit Gewicht gespart wird, sollte diese möglichst aus Alu sein. Eine Kabeltrommel verlängert den kurzen CEE-Adapter und sorgt für Strom, auch wenn dieser weit entfernt liegt.

Wohnmobil mieten – das richtige Gefährt finden

Wer gerne einmal einen Urlaub mit einem Wohnmobil verbringen möchte, muss nicht immer gleich auch eines kaufen. Vielen Campingfreunden ist die Investition zu hoch und andere sind sich nicht sicher, ob die Urlaubsform in der rollenden Ferienwohnung überhaupt für sie das Richtige ist. Eine Alternative ist das Mieten eines Reisemobils. Doch das sollte gut geplant sein!

Ab in den Traumurlaub mit dem gemieteten Reisemobil

Die Vorteile von einem Urlaub mit dem Wohnmobil sind vielfältig. Mit der Wohnung auf vier Rändern ist man vollkommen unabhängig von Hotels und kann den Urlaubsort wechseln, so oft man will. Zudem winkt dem Camping-Urlauber auch ein Hauch von Abenteuer. 2012 haben die Bundesbürger gemäß einer Studie 1,25 Millionen Mal mindestens fünf Tage die schönste Zeit des Jahres in einem Reisemobil verbracht. Dies sind immerhin 1,8 Prozent aller Urlaubsreisen. Wer nun herausfinden will, ob diese Urlaubsform auch für ihn etwas ist, kann sich ein Wohnmobil für einige Tage bei einem speziellen Wohnmobil-Vermieter ausleihen. Das Angebot der Mietfahrzeuge ist groß und in fast jeder größeren deutschen Stadt ist ein Verleiher ansässig.

Wohnmobil Miete – darauf ist zu achten

Ausschlaggebend für den Preis ist der Reisezeitpunkt sowie die Größe und Ausstattung des Reisemobils. Die Verleiher unterscheiden in der Regel zwischen Haupt-, Neben- und Zwischensaison. Je länger die Mietdauer ist, desto geringer auch der Tagespreis. Außerhalb der Hauptsaison ist ein kleineres Wohnmobil bereits für unter 100 Euro zu haben. Luxusmobile kosten dementsprechend mehr.

Bei der Urlaubsplanung ist eine eventuelle Kilometerbegrenzung zu berücksichtigen. Diese liegt gewöhnlich pro Tag zwischen 200 und 300 Kilometern. Bei längeren Mietzeiträumen von zwei und mehr Wochen gibt es aber meistens keine Begrenzung.

Hinzu kommt auch noch in der Regel eine Servicepauschale, die etwa 100 Euro beträgt. Diese beinhaltet die Gasflaschen, Sanitärflüssigkeiten für die Toilette, eine Endreinigung, sowie die Einweisung zu Mietbeginn. Mietreisemobile sind meistens mit Selbstbeteiligung vollkaskoversichert.

Einweisung für Einsteiger und Übergabeprotokoll

Wer noch nie einen Urlaub mit einem Wohnmobil verbracht hat, sollte auf eine gründliche Einweisung bestehen. Der Umgang mit der Bordelektrik, mit Gasflaschen und der Toilette bedarf einiger Sachkenntnis.

Nach der Einweisung wird bei Übergabe ein Übergabeprotokoll ausgefüllt. Wie bei jedem gewöhnlichen Mietwagen auch, ist das Reisemobil genau unter die Lupe zu nehmen und alle Mängel im Protokoll zu erfassen. Denn ansonsten ist die Gefahr groß, bei Abgabe für Mängel haften zu müssen, die der Vormieter verursacht hat. In solch einem Fall ist dann die hinterlegte Kaution futsch.